Verabschiedung von Monika Strobach

Am Dienstag, den 16. April wurde die Wirtschaftliche Vorständin Monika Strobach mit einer Festveranstaltung in den Ruhestand verabschiedet.

Bildimpressionen der Veranstaltung

Gottesdienst und Entpflichtung

Die festliche Verabschiedung von Monika Strobach begann am Dienstag, den 16. April um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der St. Antonius-Kirche Hohenheim. Die Dekanin und Vorständin des Stiftungsrats Kerstin Vogel-Hinrichs hielt den Gottesdienst und dankte Frau Strobach persönlich für ihre verlässliche und engagierte Arbeit für die Ziele der Stiftung Jugendhilfe aktiv. Dann entpflichtete sie Frau Strobach förmlich von ihrem Dienst. Die Fürbitten hielten die Mitarbeitenden der Zentralen Dienste der Stiftung Bastian Schmidt, Edith Blessing, Kathrin Baumann, Diana Trompler und Anette Speidel sowie der Pädagogische Vorsitzende der Stiftung Thomas Kuhn.

Grußworte

Nach einem Empfang im direkt angrenzenden Tagungszentrum Hohenheim mit Sekt, Getränken und Finderfood folgte um 11:30 Uhr der Festakt mit Grußworten. Martin Kaulitz, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats, begrüßte die 120 geladenen internen wie externen Gäste und moderierte die eineinhalbstündige Veranstaltung.

Das erste Grußwort hielt die Esslinger Sozialdezernentin Katharina Kiewel. Frau Kiewel betonte in ihrem Grußwort insbesondere die Kompetenz und Verlässlichkeit von Frau Strobach. Kontinuität, getragen von einem festen Standort, zeichne Frau Strobach aus und so hatte sie maßgeblichen Anteil daran, die Stiftung zu einem modernen Sozialunternehmen zu entwickeln. Aus Esslinger Sicht zeige sich dies beispielhaft in der erfolgreichen Einrichtung der Esslinger gGmbH Schulbegleitung, so Kiewel. Wirtschaftliches Denken und menschliches Handeln seien für Frau Strobach kein Widerspruch. Diese Haltung würde vom Landkreis Esslingen und Böblingen sehr geschätzt. "Es gibt nichts besseres, als einem Kind zu helfen", zitierte Frau Kiewel den Österreicher Hermann Gmeiner, Gründer der SOS Kinderdörfer. Hierfür habe Frau Strobach als Wirtschaftliche Vorständin beste Voraussetzungen geschaffen.

Manfred Brand folgte als zweiter Redner. Der ehemalige Wirtschaftsprüfer der Stiftung und Mitglied des Stiftungsrats ging in seinem Grußwort insbesondere auf die finanzielle Entwicklung der Stiftung während der Amtszeit von Frau Strobach ein. Sie habe seit ihrem Eintritt in die Stiftung 2011 hervorragende Arbeit geleistet. Die betriebliche Kosten- und Leistungsrechnung sei weiterentwickelt und die finanziellen Rahmenbedingungen von Frau Strobach in jährlichen Verhandlungen angepasst worden. Dadurch trug sie maßgeblich dazu bei, die Arbeitsplätze der kontinuierlich wachsenden Mitarbeiterschaft zu sichern. Diese professionelle Herangehensweise bildete dann laut Brand auch die Basis dafür, ein zehn Millionen umfassendes Neubau- und Renovierungsprojekt am Standort Stuttgart Rohr erfolgreich anzugehen -  das bislang finanziell größte Bauvorhaben der Stiftung. So hinterlasse Frau Strobach ein in wirtschaftlicher Hinsicht geordnetes Haus.

Martin Auerbach ergriff als Vertreter der Esslinger Mitarbeitendenvertretung anschließend das Wort. Auerbach lobte insbesondere die stets zugewandte und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit Frau Strobach. Im Namen aller Mitarbeitenden dankte er dafür, dass ihr erfolgreiches Wirtschaften in den zurückliegenden Jahren für gesicherte Arbeitsplätze gesorgt habe. Speziell ging Auerbach auf Strobachs ehrenamtliche Tätigkeit als Richterin am paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bestellten Kirchengericht ein. Er zitierte hierzu mündliche Aussagen der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter der Arbeitnehmerseite, die Strobach als stets gut vorbereitet, kompetent und fair schilderten. 

Die langjährige Schulleiterin der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Maria Waltner ging in ihrem Grußwort auf den privaten Lebenslauf von Monika Strobach ein. Geboren in Salzgitter wuchs Strobach dort auf. Es folgte der Umzug nach Herbolzheim. Dort arbeitete Frau Strobach zehn Jahre als Zahnarzthelferin, bis sie den Entschluss zu einer beruflichen Neuorientierung fasste. Es folgte das Abitur und ein erfolgreiches Studium in Freiburg und Tübingen zur diplomierten Volkswirtin. Erste Karrierestationen waren die Geschäftsführung beim Alten- und Krankenpflegeverein in Nürtingen, es folgte der Umzug nach Thüringen als selbständige Unternehmensberaterin und Dozentin. Im Jahr 2000 wurde Frau Strobach Leiterin der Verwaltung in einer Einrichtung der Behindertenhilfe. Schon hier zeigte sich eine große Stärke von Frau Strobach, so Maria Waltner in ihrer Rede. Zahlreiche neue Projekte für die Betreuten wurde in dieser Zeit auf Initiative von Frau Strobach hin angegangen.

Die Fähigkeit strategisch und konsequent zu handeln, zeichnete Frau Strobach auch in Ihrer Arbeit als Wirtschaftliche Vorständin der Stiftung Jugendhilfe aktiv aus. So wurde die Verwaltung der Stiftung grundlegend modernisiert. Strobach installierte zielstrebig neue Leitungsfunktionen im Bereich Rechnungswesen sowie eine Technische Leitung. Die IT-Abteilung und das Controlling wurden ausgebaut und der Neubau in Rohr auf eine finanziell gesicherte Basis gesetzt. Stets, so Waltner, geschah dies unter der selbst gewählten Prämisse "machen ist wie wollen, nur krasser!" Ideenvielfalt und Beharrlichkeit, neue Impulse geben und professionell umsetzen - entlang dieser Zielsetzung gehe Monika Strobach nun auch in einen neuen Lebensabschnitt: Ein Schiff, dass im Hafen liegt, ist sicher, aber dafür werden Schiffe nicht gebaut.

Ulrich Teufel fügte als ehemaliger pädagogischer Vorstand und langjähriger Kollege von Monika Strobach einige persönliche Anmerkungen hinzu. Er erinnerte an das Auswahlverfahren, welches zur Berufung von Frau Strobach zur neuen Wirtschaftlichen Vorständin der Stiftung führte. Teufel zitierte den damaligen Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Röhl, der zur Entscheidung für sie damals sagte, dass Frau Strobach fachlich und menschlich die Geeignete sei. Dies Prognose sei voll und ganz eingetroffen. Dabei war der Anfang im Jahr 2012 denkbar schwierig. Ihr Vorgänger konnte über einen langen Zeitraum krankheitsbedingt nur sehr eingeschränkt arbeiten. Frau Strobach gelang es dennoch rasch verlässliche Strukturen in der Verwaltung einzuführen und die Stiftung dadurch finanziell und organisatorisch auf sichere Beine zu stellen.

So kam es im Lauf ihrer Tätigkeit zu einer Verdopplung der Mitarbeiterzahlen - und dies stets auf Basis pädagogischer Erwägungen. Auch würde der Neubau in Rohr bleibend mit dem Namen von Monika Strobach verbunden bleiben, so Teufel. Insbesondere hervorzuheben sei es, dass der geplante Finanzrahmen eingehalten werden konnte - wahrlich nicht alltäglich! Zwei besondere Herausforderungen zeigten besonders deutlich die hohe Einsatzbereitschaft und Verlässlichkeit von Frau Strobach. So setzte die hohe Anzahl an unbegleiteten Flüchtlingen 2015 Pädagogik und Finanzen unter hohen Handlungsdruck, 2020 folgte Corona. Bei beiden Herausforderungen konnte die  Stiftung gemeinsam erfolgreich auf Kurs gehalten werden. Auch in Zusammenhang mit dem Fortbildungsinstitut fobi:aktiv gelang es, das Institut durch finanziell schwierige Zeiten zu führen und auf solide Beine zu stellen. Stets wurden Kompromisse zwischen Finanzierbarkeit und dem Anspruch pädagogischer Qualität gefunden. Wichtig auch - und vielleicht nicht für alle unmittelbar ersichtlich - , so schloss Herr Teufel, wei, dass Frau Strobach in persönlichen Krisensituationen von Mitarbeitenden stets ein großes Herz bewies und gute Lösungen fand.

Der Pädagogische Vorstand der Stiftung Thomas Kuhn wandte sich zum Abschluss der Grußwortrunde an den Ehemann von Frau Strobach und bedankte sich ausdrücklich auch für dessen Unterstützung und zitierte dabei einen Seglerspruch in Bezug auf den im Sommer vom Ehepaar geplanten langen Segeltörn mit dem eigenen Boot. Unter Gelächter des Publikums verwies er auf die Herausforderungen eines solchen Vorhabens: "Auf jedem Schiff, das schwimmt und segelt, ist einer oder eine, der oder die Sache regelt." Man dürfe gespannt sein, so Kuhn mit einem Schmunzeln. Den zahlreichen positiven Ausführungen sei wenig hinzuzufügen, so Kuhn. Stets sei die kurze Zusammenarbeit seit seiner Einführung als Pädagogischer Vorstand im Jahr 2022 gut gewesen - man kannte sich ja bereits seit vielen Jahren, als er selbst noch als Regionalleiter für die Stiftung tätig war. Gemeinsames Ziel war es dabei stets, das Beste für die betreuten Kinder zu erreichen. Überschattet wurde diese Zeit allerdings von zwei schmerzhaften Todesfällen. So war neben der täglichen Arbeit im zurückliegenden Jahr 2023 viel auszuhalten - persönlich und im Kontakt mit den betroffenen Mitarbeitenden. Zugleich, so Kuhn, entstand in den folgenden Monaten dadurch ein besonderes Vertrauensverhältnis. Stets konnte er sich als neuer Pädagogischer Vorstand auf die menschliche und fachliche Kompetenz von Frau Strobach verlassen, dieses Wissen gab ihm, so Kuhn, Rückhalt und Sicherheit in seinem pädagogischen Handeln.

"Der Pessimist klagt über den Wind, der Optimist hofft, dass er sich dreht, der Realist richtet das Segel aus." Monika Strobach, so Kuhn, trug in ihrer Amtszeit als Vorständin dazu bei, die Segel so zu setzen, dass die Stiftung gut vorangekommen ist. Dafür auch im Namen der Mitarbeitenden der herzlichste Dank, so Kuhn, und "allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel"!

Überreichung des goldenen Kronenkreuzes

Im Anschluss an die Grußworte verlieh Walburga Duong, Mitglied des Stiftungsrats, im Namen des Diakonischen Werks und des Stiftungsrats Monika Strobach das goldene Kronenkreuz. Das Kronenkreuz ist kein Orden, so Duong, sondern ein Dankzeichen für Strobachs erfolgreiche Arbeit für Kinder, Jugendliche und deren Familien. Das Kreuz stehe dabei als Zeichen für die Begrenzung des Lebens, die Krone als Symbol für die Auferstehung.

Rede von Monika Strobach

Als letzte Rednerin trat Frau Strobach ans Rednerpult. Sie bedankte sich für die warmherzigen Grußworte und den Gottesdienst. Sie fühle dadurch eine große und schöne Verbundenheit, so Strobach. 25 Jahre Tätigkeit in der Sozialen Arbeit liege hinter ihr. Altenhilfe, Behindertenhilfe und nun 13 Jahre in der Stiftung Jugendhilfe aktiv. Anfangs hieß das auch umdenken. In der Jugendhilfe herrsche eine deutlich kürzere Verweildauer, als in der Behindertenhilfe. Dies bedeute ein oftmals rasches Kommen und Gehen, die Hilfeform ändere sich oft. Trotzdem würden manche Kinder und Jugendliche viele Jahr bis zur Volljährigkeit in der Stiftung betreut.

So sei es ihr stets wichtig gewesen, gute räumliche Rahmenbedingungen sowohl für die Kinder als auch für die Mitarbeitenden zu schaffen. Ziel war es, zum einen professionelle Arbeitmöglichkeiten für die Mitarbeitenden zu schaffen, zum anderen den Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich heimisch zu fühlen. Zugleich war ihr die Diakonie als Gemeinschaft von besonderer Bedeutung. Nächstenliebe, Toleranz, Verständnis, Verantwortung und Entscheidungskompetenz - auf diesem Wertefundament aufbauend konnte manches gemeinsam mit Vorstandskollegen, Stiftungsrat und Mitarbeitenden bewegt werden. Auf Basis dieses gemeinsame Fundaments gelangen in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Angebotserweiterungen, darunter die Gründung der gGmbH Schulbegleitung.

Mit der Einweihung des neuen Schulgebäudes in Rohr inklusive zusätzlicher Räume für zwei Wohngruppen konnte ein in jahrelanger Arbeit vorbereitetes Projekt in die Tat umgesetzt werden. 2025 findet mit den Renovierungen der bestehenden Gebäude das Vorhaben auf dem Stammgelände in Rohr seinen Abschluss. An dieser Stelle dankte Frau Strobach ausdrücklich der Architektin und allen am Bauprojekt Beteiligten, insbesondere dem ehemaligen Vorsitzenden des Stiftungsrats Dr. Röhl und Herrn Weiß für die gute Zusammenarbeit. Sie hob das große Vertrauen und das aktive Mittun des Stiftungsrats sowie des Bauausschusses und des Finanzausschusses hervor.

Ein herzliches Dankeschön, so Strobach, gehe auch an die kontinuierliche Unterstützung durch die Kostenträger und den fruchtbaren Austausch im Arbeitskreis Betriebswirtschaft sowie an das Leitungsteam. Namentlich bedankte sich Monika Strobach bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zentralen Dienste und der Mitarbeitendenvertretung. 

Abschied, so Monika Strobach, sei nach Salvador Dali "die Geburt der Erinnerung", und so sei sie sehr dankbar über die wertvollen Erinnerungen an die Menschen, die sie ein Stück ihres Weges begleitet haben.

Frau Strobach schloss mit den Worten, dass es ihrer Meinung nach der Sinn des Lebens sei, dem Leben einen Sinn zu geben. Sie freue sich angesichts der heutigen positiven Reden in diesem Sinne in die Stiftung gewirkt zu haben.