Systemsprenger

Mitarbeitende der Stiftung bei Filmpräsentation in Stuttgart

| Foto: Arndt Montag

Die "Aktion Jugendschutz - Landesarbeitsstelle Baden-Württemberg" hatte eingeladen und mehr als 500 Fachkräfte und Experten aus Jugendhilfe und Schule folgten dem Aufruf im Rahmen einer Sonderausstellung im Stuttgarter Kino Delphi den Spielfilm „Systemsprenger“ zu sehen und zu diskutieren. 

Mit dabei auch zahlreiche Mitarbeitende der Stiftung Jugendhilfe, die die Präsentation mit besonderem Interesse verfolgten. Hatte doch die Filmemacherin Nora Fingscheid im Rahmen ihrer Recherchen in der stiftungseigenen Albert-Schweitzer-Schule in Stuttgart-Rohr Felderfahrungen zum Film gesammelt.

Herausgekommen ist ein Film, der unter die Haut geht und dem es gelingt, die Balance zwischen filmischer Dramatisierung und realistischem Bild der Arbeit im Bereich der Intensivpädagogik zu halten. Ein Eindruck, der nicht nur von pädagogischen Fachkräften geteilt wird. Nach der Prämierung bei der Berlinale 2019 geht der Film nun auch als deutscher Kandidat um die Nominierung als bester internationaler Film bei des Oskars ins Rennen.

Der Inhalt des Films wurde und wird in zahlreichen Veröffentlichungen der überregionalen und regionalen Presse intensiv besprochen, daher sei die Handlung hier nur in Kürze skizziert. Nora Fingscheid zeichnet in ihrem Debüt ein Psychogramm der „Systemsprengerin“ Benni: Das zehnjährige Mädchen hat wegen ihres impulsiven und hochaggressiven Verhaltens bereits neun pädagogische Einrichtungen und Hilfeformen durchlaufen. Die Hilflosigkeit bei den Verantwortlichen steigt: was tun und wohin mit diesem Kind? Benni selbst will eigentlich nur eins: zurück zu ihrer – überforderten – Mutter.

So direkt, wie Benni ihre Umwelt mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen konfrontiert, konfrontiert der Film die Zuschauer mit der Innenwelt des Mädchens. Auf diese Weise gelingt es Fingscheidt eine breite Öffentlichkeit für die Lebenswelt dieser Kinder und Jugendlichen zu sensibilisieren.

Dies war denn auch die übereinstimmende Meinung einer hoch besetzten Diskussionsrunde im Anschluss an die Filmvorführung. Auf dem Podium waren, neben der Filmmacherin Nora Fingscheid, Dr. Susanne Heynen, Leiterin des Jugendamtes Stuttgart, Dr. Jürgen Strohmaier vom Dezernat Jugend des KVJS-Landesjugendamts, Michael Weinmann und Hans Schall von der IGFH Regionalgruppe Baden-Württemberg sowie Thomas Schenk, Amtsleiter des Staatlichen Schulamts Stuttgart.