Schwimmkurs für geflüchtete Jugendliche

Zunächst heißt es oben bleiben

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Ein Großteil der deutschen Kinder lernt Schwimmen schon im Kindergartenalter. Sie haben Eltern, die mit Ihnen ins Hallenbad gehen und im Sommer ins Freibad oder an den Badesee.

Für viele Deutsche ist Schwimmen können fast etwas Selbstverständliches. Viele der geflüchteten Jugendlichen, die vom Regionalbereich Esslingen der Stiftung Jugendhilfe aktiv betreut werden, können nicht Schwimmen. In den meisten Herkunftsländern gibt es keine Schwimmbäder oder sichere Flüsse und Seen, in denen man Schwimmen könnte, und oft ist es schlicht unüblich. Wo und warum also hätten Sie es jemals lernen sollen? Möglicherweise war eine schreckenerregende, lebensbedrohliche Bootsfahrt der erste Kontakt mit einem größeren Gewässer.

Nach so einem Erlebnis ist es umso erstaunlicher, dass viele der vom Esslinger Theodor-Rothschild-Haus aus betreuten Jugendlichen großes Interesse an einem Schwimmkurs hatten. Eine Woche lang konnte eine Gruppe im Neckarbad Esslingen einen Intensivkurs machen. Bei bestem Wetter und sommerlichen Temperaturen, betreut von der DLRG-Ortsgruppe Esslingen, wagten sie sich ins Wasser.

Sie lernten – anfangs mit Schwimmbrett und Schwimmnudel – sich zunächst an der Wasseroberfläche zu halten. Dann die ersten Schwimmzüge ohne Hilfen – was für ein enormer Schritt. Vertrauen und Mut in sich selbst und ihre Fähigkeiten. Nicht untergehen sondern mit entsprechendem Einsatz oben bleiben und aus eigener Kraft vorankommen. Eine wichtige Erfahrung, nicht nur im Schwimmkurs.

Natürlich braucht es noch viel Übung, um sich im Wasser so richtig sicher zu fühlen. Aber jetzt ist der Anfang gemacht – und der Spaßfaktor war enorm. Wir danken den freiwilligen Helfern der DLRG-Ortsgruppe Esslingen für ihre Zeit und ihren Einsatz und den Stadtwerken Esslingen, dass dieser Schwimmkurs für die Jugendlichen möglich war.

Jetzt kann er so richtig loslegen, der Freibad-Sommer!