"Nein zu Gewalt an Frauen"

Schülerinnen der Mädchenklassen der Albert-Schweitzer-Schule und Dietrich-Bonhoeffer-Schule zeigen Flagge

Flagge an Hausfront der Wilhelmspflege

Hauptgebäude der Wilhelmspflege mit Flaggen

Schülerinnen der Mädchenklassen bei der Eröffnungsrede

Monika Strobach, Wirtschaftliche Vorständin der Stiftung Jugendhilfe aktiv, weist in ihrer Eröffnungsrede auf die große Bedeutung der Aktion hin und drückt Ihre Bewunderung und Unterstützung für die Leistung der Mädchen aus

Die Lehrerinnen Carolin Westermann und Marie Burkert wenden sich an die Schülerinnen

Anstecker werden gefertigt

Flagge zeigen

Zum Abschluss lassen die Schülerinnen bemalte Ballons steigen

Mädchen zeigen Flagge – anlässlich des von Terre des Femmes jährlich ausgerufenen Internationalen Gedenktags „Nein zu Gewalt an Frauen“ hängen seit Donnerstag zehn selbtgefertigte Flaggen am Hauptgebäude der Stiftung Jugendhilfe aktiv in Stuttgart-Plieningen.

Viele der Mädchen der stiftungseigenen Albert-Schweitzer-Schule in Rohr und Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Plieningen haben schon Gewalt in unterschiedlichsten Formen erfahren. Die meisten der Schülerinnen wachsen in schwierigen Lebensverhältnissen auf. Viele sind Belastungen wie Armut, Arbeitslosigkeit, Beziehungsabbrüche, Gewalt, Sucht schutzlos ausgesetzt. Sie gehören damit zu dem Drittel an Frauen, die laut einer aktuellen Studie der WHO weltweit Prügel, Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen oder anderweitigen Missbrauch erleben.

Daher lag die Entscheidung nahe, für die Gestaltung der Fahnen den Leitspruch „Frei leben – ohne Gewalt“ zu wählen und dafür mit dem Anfertigen eigener Fahnen eine persönliche Form zu finden.

Aufmerksam begleitet wurden die Schülerinnen in ihrer Arbeit von den Lehrerinnen der Mädchenklassen. Diese finden sich seit Jahren für mädchenspezifische Themen schulübergreifend zusammen und haben sich auch für das Gelingen dieses Aktionstags im Unterricht, aber auch weit darüber hinaus stark engagiert.

Sie haben sich erstmal selbst umfassend mit dem Thema vertraut gemacht und dann mit den Schülerinnen darüber gesprochen, welche Art von Gewalt sie in ihrem Alltag erfahren, welche Folgen das hat und welche Möglichkeiten sie haben, darauf zu reagieren. Dabei ging es ausdrücklich auch um strukturelle Gewalt.

Das Ungewöhnliche an dieser Aktion war außerdem, dass sich hier einmal nicht, wie es sonst eher vorkommt, nur Erwachsene für die Rechte der Mädchen stark gemacht haben, sondern dass die Schülerinnen selbst und als Gruppe beteiligt waren und sich dabei selbst artikulieren konnten.

Für die Lehrerinnen war das eine besondere Herausforderung, denn mit einer Gruppe von 50 E-Schülerinnen in einer solch freien Form zu arbeiten, ist in der Regel nicht ganz einfach. Koordiniert wurde die Aktion vor allem von Carolin Westermann, einer Sonderschullehrerin der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, und Maria Theresia Burkert, der Konrektorin der Albert Schweitzer Schule.

Nicht zuletzt hat auch die Catering-Firma "Pauline macht’s" zum Gelingen der Aktion beigetragen. Weil sie so fleißig Kuchen gebacken hatte, sind alle mit einem zufriedenen Gefühl nach Hause gegangen.

Alles in allem liegen nun intensive Wochen hinter den Schülerinnen und Lehrerinnen. Sie haben das schwierige Thema intensiv im Unterricht behandelt, so dass die Schülerinnen nun in der Lage sind, sich mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit auseinanderzusetzen.

Außerdem konnten sie durch diese Aktion erfahren, dass sie mit ihren Schwierigkeiten nicht alleine dastehen, und dass ihre negativen Erfahrungen nicht nur ihr eigenes, ganz persönliches Problem sind. Und sie haben gelernt, dass sie ihre Gewalterfahrungen auch öffentlich und damit möglicherweise politisch wirksam artikulieren können.

All dies ist mit dem Ende der Aktion noch lange nicht abgeschlossen, sondern das Thema wird Lehrerinnen und Schülerinnen im Schulalltag weiterhin begleiten.

Wie die Bilder zeigen, war die Aktion außerordentlich erfolgreich!

Hinweis: Die Flaggen werden bis Freitag, 7. Dezember an der Fassade in Plieningen verbleiben, dann wandert die Aktion nach  Rohr zur Albert-Schweitzer-Schule.