Israel 2018

Am  31. Januar 2018 flog eine Delegation der Stiftung, bestehend aus Conni Wacker (Beratende Hilfen Esslingen und Theaterprojekt Rohr), Lena Rein (Wohngruppe für geflüchtete Mädchen und junge Frauen WG Hayat/JWG Ina-Rotschild-Weg aus Esslingen), Laura Harnisch (Lehrerin der Albert-Schweitzer-Schule Stammschule Rohr) und Arndt Montag (Institutsleiter fobi:aktiv) im Rahmen eines Fachkräfteaustauschprogramms nach Israel in das Kinderheim Neve Hanna.

Conni Wacker: Reisebericht Teil 1

Bereits am Ankunftsabend führte uns Antje Naujoks, Politologin und Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit in Neve Hanna, Deutsche und seit 30 Jahren in Israel lebend, in die Geschichte des Kinderheims ein und beantwortete uns grundlegende Fragen zum Leben in Neve Hanna und zur Kultur.

Gleich am ersten Tag durften wir die von uns erstellte Powerpoint-Präsentation über unsere Arbeitsbereiche und die Gesamtstiftung dem Therapeutenteam von Neve Hanna vorstellen. Ein mitgebrachter Ordner mit Bildern und Flyern war auch für den neuen Heimleiter Itzik überaus interessant. Außerdem freute er sich sehr über unser Gastgeschenk. Dieses bestand aus einem von Laura Harnischs Schülern angemalten Holz-Kästchen, worin sich ein Stein und eine Kugel befinden. Der Stein stammte vom Aushub der Messe. Die Kugel wurde von der Kugelmühle Neidlingen daraus geformt. Somit symbolisiert das Kästchen die Verbindung der drei Einrichtungsteile der Stiftung, da der Fundort des Steins (die Messe) sich in der geographischen Mitte befindet. Nicht nur das Management erfreute sich der symbolischen Gastgeschenke. Auch die Gruppen, in denen wir freundlicherweise zu Abend essen können, waren von der typischen Rittersport-Schokolade und dem Spiel „Jenga“ begeistert. Um unseren Austauschpartnern und den Organisatoren unseren herzlichen Dank auszudrücken, wollten wir ihnen mit einem Weleda-Dusch-Set eine Möglichkeit der Entspannung bieten.

Gemeinsame Sichtweisen und Angebote verbinden uns mit unseren vier Austauschpartnern Ian (Psychologe) und Michal (Therapeutin, sowohl für Spieltherapie, als auch für tiergestützte Pädagogik), sowie Maya und Nili (zwei der Hausmütter). Aber auch der Unterschiede werden wir gewahr, so sind die Gruppenmütter und -väter wie auch die Tagesgruppenleiter keine pädagogischen Fachkräfte sondern Menschen mit viel Herz und Familiensinn, die sich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verschrieben haben. Man spürt den Wechsel der Heimleitung. So ging Dudu Weger, der auch in Esslingen zur Einweihung der Laubhütte mit der Theatergruppe zu Gast war, als Präsident in die zweite Reihe. Dieser Wechsel ging auch mit einem großen Personalwechsel in Neve Hanna einher. Dies brachte selbstverständlich Unruhe auf das Gelände.
 
Eine ausführliche Führung durch den Streichelzoo, der unter anderem Erdmännchen, Schlangen und Spinnen Heimat bietet, einen schönen Grillabend mit unseren Austauschpartnern, sowie eine Führung durch Tel Aviv mit seinen historischen Stätten durften wir in den ersten Tagen erleben. Natürlich essen wir in unterschiedlicher Besetzung in den Gruppen und bekommen so hautnah das Leben von Neve Hanna mit. Dies gibt uns immer wieder Anlass in fachlichen Austausch zu kommen und gegenseitig davon zu profitieren.
 
Von Freitagabend bis Samstagabend steht das Leben in Israel still. Es wird Shabbat gefeiert. So auch in Neve Hanna mit der Rabbinerin Liron, die uns mit ihrer Bar Mizwah Gruppe vor zwei Jahren durch Israel begleitet hat. Der Gottesdienst in der Synagoge und das feierliche Abendessen in den Gruppen waren ein ganz besonderes Erlebnis und das Wiedersehen mit Liron sehr herzlich.
Auch Anat und ihre Neve Hanna Theatergruppe überraschten uns mit einem Auftritt ihres neuen Theaterstückes "Der kleine Prinz", unabgesprochen und witzigerweise genau das Theaterstück, das die Theater-AG in Rohr im neuen Schuljahr einüben und damit in Israel auftreten will, denn eins ist klar: Wir kommen wieder!
 
Ein besonderes Highlight war der Besuch in Rahat, der Beduinenstadt. Das arabische Wort „badawi“ bedeutet wörtlich „Wüstenbewohner“. Sie sind Muslime. Es handelt sich um eine verhältnismäßig geschlossene Gesellschaft, die maßgeblich von der traditionellen Stammeskultur und beduinischen Bräuchen geprägt ist. Sie steht unter der Leitung eines Scheiches (sheiks) und ist stark von Loyalität über die Kernfamilie hinausgehend geprägt. Heute leben noch 19 beduinische Stämme mit 121 000 Personen in Israel. Die beduinische Gesellschaft verdoppelt sich alle 10 Jahre. Diese und weitere ausführlichen Informationen gab uns Antje Naujoks in einem ausführlichen Gespräch und zusammengefasst in schriftlicher Form.    
In Rahat bekamen wir die Gelegenheit eine Schule zu besuchen und mit dem dortigen Direktor ein äußerst interessantes Gespräch zu führen. Dort werden 500 Kinder in 23 Klassen unterrichtet, von denen alle bis auf sechs Kinder den gleichen Familiennamen tragen, da sie vom selben Stamm sind. Unglaublich! Davon gibt es drei bis vier Klassen, die taube Kinder, stumme Kinder und Kinder, die in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung beeinträchtigt sind, unterrichtet werden. In den Förderklassen befinden sich bis zu neun SchülerInnen mit etwa drei Lehr- und Hilfskräften. In den Regelklassen werden bis zu 32 SchülerInnen unterrichtet.
Passend zum Vormittag besuchten wir am Nachmittag auf dem Neve Hanna Gelände eine Tagesgruppe, die beduinische und jüdische Kinder betreut. Die Betreuungskräfte haben denselben kulturellen Hintergrund. Neben dem erzieherischen Bedarf besteht das Ziel der Tagesgruppe auch darin, das friedliche Miteinander zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen zu fördern – daher auch der übersetzte Gruppenname „Pfad des Friedens“.

Wir freuen uns auf die noch kommenden Tage, von denen wir selbstverständlich berichten werden.
Shalom aus Israel
Conni Wacker, Lena Rein, Laura Harnisch, Arndt Montag

Conni Wacker: Reisebericht Teil 2

Am Montag stand ein Ausflug mit Ian und Michal nach Jerusalem an. Schon beim Ankommen waren wir  von dem Erscheinungsbild der Stadt beeindruckt. Ein eigens organisierter Guide führte uns durch die wichtigsten Teile der Stadt und informierte uns ausführlich über die geschichtlichen, religiösen und kulturellen Aspekte. Wir besuchten unter anderem das Jaffa-Tor, die Martin-Luther-Schule, die Klagemauer, die Grabeskirche, den arabischen Markt und den jüdischen Markt. Jerusalem hat auch uns in seinen Bann gezogen, seine engen Gassen, seine teils für unseren Verstand verrückte Abkommen unter den drei vorherrschenden Religionen und den damit einhergehenden religiösen Riten und Stätten, den unterschiedlich gekleideten Menschen, die Gerüche der Bazare und nicht zuletzt die Orte, die eine besondere Energie ausstrahlen.

Der informative Vormittag und Mittag wurde mit leckeren Fallafeln abgerundet. Natürlich durfte auch ein kurzer Einkaufsbummel nicht fehlen.Am Nachmittag fand in Neve Hanna ein Familientag statt. Hierfür bereiteten sich die Gruppen mit den Kindern bereits seit einigen Wochen vor. Dieser Tag dient der Begegnung der Kinder mit ihren Eltern in einem geschützten Rahmen, in denen die Fachkräfte und Betreuungspersonen  entsprechend Themen aufgreifen und bearbeiten können.
Michal, eine der Therapeutinnen nahm sich Zeit, um uns im Streichelzoo und in  ihrem darin stehenden Spiel- und Therapiehäuschen einen Einblick ihrer Arbeit und der ihrer Kollegen zu geben.Wir waren von der Vielseitigkeit, sowohl der Gruppenangebote( z.B. Wüstentouren, Workshops zu Sexualpädagogik, Mädchenarbeit und vieles mehr) als auch der Möglichkeiten der Einzelsettings im geschützten Rahmen des Zoos ( Tiergestützte Pädagogik) und des Gewächshauses( Gartentherapie) beeindruckt. Ebenso werden Spiel- und Kunsttherapeutische und Theaterpädagogische Angebote gemacht. Am Ende des Schuljahres setzen sich die Therapeuten und Sozialarbeiter, die den Hausmüttern und – Vätern vorstehen zusammen und besprechen, welches Angebot für welches Kind im nächsten Schuljahr gestartet wird. So kommt jedes Kind von Neve Hanna in den Genuss von fortlaufender Therapie und individuell zugeschnittener Förderung.

Ebenso bekommen die  päd. Betreuungskräfte Fortbildungsangebote. Derzeit steht der Fokus im Bereich der Sexualpädagogik.
Unsere Austauschpartner haben für unseren Besuch ein besonderes Programm geplant. Dazu gehörte auch eine Jeeptour durch die Wüste mit anschließender Übernachtung auf einer Antilopenfarm, wo wir auch schon 2016 mit den Theaterkindern zu Gast waren, sowie dem Besuch eines landwirtschaftlichen Unternehmens und einem kurzen Abstecher zum Toten Meer. Bei diesem Trip nahm neben unseren Austauschpartnern auch das Managementteam von Neve Hanna teil. Während der Tour bot sich immer wieder die Gelegenheit in intensiven Austausch miteinander zu gehen und über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede unserer Arbeit zu sprechen. Durch die gemeinsamen Erfahrungen der zwei Tage lernte man sich näher kennen und schätzen.

Die Wüste mit ihren sagenhaften verschiedenen Landschaftsbildern verdeutlichte einem die unendliche Weite, in der wir uns befanden. Das Gefühl von Freiheit kam bei jedem von uns auf. Neben der Freiheit wurde uns aber auch eindrücklich klar, wieviel Kraft bzw. Energie die Natur besitzt. Sie versetzt wortwörtlich Berge. Diese Energie wollen wir auch bei unserem Fachkräfteaustausch aufbringen. Dies nicht um die verschiedenen Arbeitsweisen grundlegend  zu ändern, sondern um gemeinsam voneinander zu lernen. Davon kann unser pädagogisches Handeln nur profitieren. Neve Hanna nutzt auch diese besondere Energie in der Wüste, um dort einmal pro Monat für 2 Tage mit besonders Pubertierenden Jugendlichen einzutauchen.

Da das Managementteam ebenfalls teilnahm, bot sich die Gelegenheit auch über einen nächsten Besuch der Theater-AG von Rohr in Israel zu sprechen. Es wurde festgehalten, dass ein Besuch auch von Seiten Neve Hannas äußerst erwünscht ist. Die Erfahrung von vor zwei Jahren zeigt deutlich, dass die Kinder von solch einer Reise in allen Aspekten nur profitieren.

In dem landwirtschaftlichen Unternehmen wurde uns durch einen Guide erklärt, wie Landwirtschaft in der Wüste von Israel funktioniert. Es werden stetig neue Anbauformen erforscht, um den besten Ertrag trotz der geringen Wassermenge und des relativ hohen Salzgehalts zu erhalten. So werden beispielsweise Erdbeeren nicht mehr auf dem Boden, sondern mit Hilfe eines Gestells und entsprechenden Behältern in etwa zwei Meter Höhe gepflanzt. Sie lassen sich dadurch nicht nur besser ernten, sondern verderben auch nicht, da sie mit Frischwasser und nicht mit salzhaltigem Wasser versorgt werden. Das Wasser wird in der Wüste aus bis zu 1500 m Tiefe nach oben gepumpt.

So wurde uns eindrücklich klar, wieviel Obst- und Gemüsesorten, aber auch Blumen, die in unseren deutschen Läden angeboten werden,  eigentlich aus der Wüste Israels kommen.

Den Abschluss dieses unglaublich eindrucksvollen Trips bildete der Besuch des Toten Meeres. Auch hier wird einem die Unterschiedlichkeit der Natur bewusst. Das Baden in dem salzhaltigen Wasser führte zu einem Gefühl der Leichtigkeit, das  wir uns auch in unserer pädagogischen Arbeit bewahren wollen. Bewahren beispielsweise in dem Sinne, dass es uns leicht fällt die Unterschiede unserer Kinder wahrzunehmen und individuell darauf einzugehen. Auch dies verdeutlicht uns der Fachkräfteaustausch eindrücklich. Jeder Mensch, jedes Land, jede Kultur ist unterschiedlich. Dennoch zeigt sich, dass es neben den Unterschieden auch immer wieder Gemeinsamkeiten im pädagogischen Handeln gibt. Das gegenseitige voneinander Lernen steht im Vordergrund und erweitert den Horizont. Diese Erfahrung durften wir während unseres Aufenthalts in Israel mehrfach eindrücklich machen.

Am Abschlusstag am Vormittag stand ein weiterer interessanter Besuch an: wir durften in die Klassen 2-4 der Grundschule in Kiryat Gat, die auch Kinder von Neve Hanna besuchen, und in die Förderklasse für verhaltensauffällige Kinder hineinschnuppern. Wir waren oft sprachlos, was die Kinder in der Grundschule in Israel lernen. Filmschnitt, Spieleprogrammierung, Roboter bauen und auch programmieren. Das Außengelände mit Gewächshaus und das Schulgebäude ist sehr liebevoll gestaltet und lädt die Kinder  mit Schautafeln über die Welt oder Geschichte zum Nebenher- Lernen ein. Auch die 2. Klasse beglückte uns in ihrer Englisch- Stunde singend mit ihren Kenntnissen.
Zurück in Neve Hanna wurden wir im Streichelzoo mit einem Lunch herzlich verabschiedet.

Wir freuen uns schon jetzt über den Gegenbesuch unserer Austauschpartner im Oktober 2018.

Unser Rückflug verlief mit Verspätung reibungslos. Unser Gepäck durfte jedoch noch eine Nacht in München verbringen.
Wir sind beseelt über den gelungenen Austausch mit den Fachkräften aus Neve Hanna, den herzlichen Begegnungen mit den Menschen dort und dem Gefühl ein Teil der Familie Neve Hannas geworden zu sein.

 

Fotos 2018

Israel 2016

Am Donnerstag, den 18. Februar 2016 war es endlich soweit. Neun Kinder der Stiftung Jugendhilfe aktiv und Ihre Betreuer brachen vom Echterdinger Flughafen aus ins ferne Israel auf, um bei einem Gegenbesuch im Kinderheim Neve Hanna ihr aktuelles Theaterstück zu präsentieren. Die Theatergruppe des israelischen Kinderheims hatte im Jahr 2014 anlässlich der Eröffnung des Laubhüttengartens im Esslinger Theodor-Rothschild-Haus gastiert.

Neben dem Auftritt standen bei den Kindern und Jugendlichen natürlich der direkte Kontakt mit den Jugendlichen aus Neve Hanna sowie die landeskundliche Erkundung Israels im Mittelpunkt.

Ebenfalls dabei war der Leiter unseres Fortbildungsinstiuts fobi:aktiv Arndt Montag, der die Gruppe im Auftrag der Stiftung begleitet und den fachlichen Austausch mit den israelischen Pädagogen zum Thema hat. Die Gruppe wurde zudem von Filmmacher Oliver Koll begleitet, der im Auftrag der Stiftung eine Filmdokumentation der Theaterarbeit und des interkulturellen Jugendaustausches mit Israel produzierte. 

In zwei Reiseberichten schilderte unsere Mitarbeiterin und Theaterpädagogin Conni Wacker per E-Mail unmittelbare Reiseeindrücke aus Israel, welche Sie hier nochmals lesen können.

Conni Wacker: Reisebericht Teil 1

Nach einem problemlosen Flug kam unsere kleine Reisegruppe gut in Israel an und wurde dort herzlich aufgenommen.

Kinder und Begleiter der Theater AG beim Abflug in Echterdingen

Gleich am nächsten Tag fuhren wir in den Norden, zunächst nach Tel Aviv an den Strand.

news/images/2016_02_theater_ag_in_israel_(7).jpg

zu Besuch in den Bahai-Gärten Haifas

Die Kinder freuten sich über die Sonne und waren nicht davon abzuhalten, gleich samt den Kleidern im Meer zu plantschen.

news/images/2016_02_theater_ag_in_israel_web_(20).jpg

Baden im Mittelmeer

Nach der Weiterfahrt ins Ferienhaus von Neve Hanna, nach Rosh Pina, feierten wir abends das erste Mal "Erev Shabbat". In Rosh Pina besichtigten wir die Synagoge und unternahmen Ausflüge an den Jordan und nach Haifa in die Bahai-Gärten.

news/images/2016_02_theater_ag_in_israel_(15).jpg

Höhle im Nationalpark "Beit Guvrin"

Heute waren wir im Nationalpark "Beit Guvrin" und morgen geht's in die Wüste.

Als sehr stimmig erweist sich die Zusammenstellung der beiden Gruppen: Unsere 10-13-Jährigen und die Bar- und Bat Mitzwa-Kinder aus Neve Hanna sind im gleichen Alter. Auch wenn sie nur wenige gemeinsame Worte haben, finden sie doch immer einen Weg, sich zu verständigen.

Gestern führten wir unser Theaterstück auf. Im sogenannten "Ohel" (Zelt) fanden wir überraschend gute Bedingungen vor.

news/images/2016_02_theater_ag_in_israel_(12).jpg

Szenenfoto der Aufführung von "Der König hinter dem Wandschirm"

120 Kinder, sowie einige Besucher aus Amerika sahen uns zu und waren, auch wenn sie den deutschen Text nicht verstanden, von der Kulisse und dem Spiel der Kinder so beeindruckt, dass sie es fast eine Stunde lang konzentriert zuzuschauten.

Täglich beginnen wir den Morgen mit einer "Schulstunde": Die Kinder füllen ihre Ordner mit Fragen über Israel aus, die wir schon in Stuttgart vorbereitet haben. Zusätzlich dazu schreibt abwechselnd jedes Kind zu einem Thema Tagebuch, manche malen dazu.

news/images/2016_02_theater_ag_in_israel_web_(8).jpg

Arbeit am Reisetagebuch

Wir sind von unseren Kindern sehr, sehr überrascht und begeistert, was ihr Sozialverhalten, ihr Interesse und ihre Kreativität betrifft. Schon jetzt können wir sicher sein, dass die Reise ein voller Erfolg ist und sind gespannt darauf, wie sich diese Eindrücke auch nach unserer Rückkehr auf das Alltagsverhalten der Kinder auswirken wird.

Morgen fahren wir also mit sieben Jeeps in die Wüste, zu den Beduinen und auf eine Antilopenfarm und freuen uns sehr darauf!
 
Herzliche Grüße und Shalom, Conni, Patrick, Christoph, Arndt, Dagmar und Olli mit Lukas, Celia, Carlene, Rute, Julia, Nico H., Nico W., Denis, Max

Conni Wacker: Reisebericht Teil 2

Am Mittwoch mit 7 Jeeps (alle von Dudu, dem Heimleiter, angefragte Jeep- Besitzer, entweder aus dem Freundeskreis oder aus der Familie oder ehemalige Neve Hanna Bewohner) vom Gelände des Kinderheims in Kyriat Gat Richtung Süden in die Wüste. Da es Tage vorher extrem geregnet hatte, blühte die Wüste in allen erdenklichen Blumenfarben. Auch Ginster und die Bäume standen in voller Pracht. In jahrelanger Arbeit soll die Wüste, durch Gräben, die vor jedem Baum den Morgentau auffangen, begrünt werden, was für eine Arbeit.... Unsere Kinder waren zunächst erstaunt, eine Wüste in solcher Farbenvielfalt zu erleben.

Dann ging es mit den Jeeps auf abenteuerliche Weise durch die Wüste und es bot sich ein atemberaubender Blick über einen rießengroßen Krater, dem Ramon- Krater, der der größte Erosionskrater der Welt ist. Dass die  Jeeps Vierradantrieb brauchen, wurde uns bei der Weiterfahrt durch ein ausgetrocknetes Wadi, einem Flussbett klar.
Den Kindern und Erwachsenen verschlug es die Sprache, ob der Schönheit der Felsformationen.

news/images/2016_02_theater_ag_in_israel_2_(5)_web.jpg

Die Nacht verbrachten wir auf einer Antilopenfarm in der Wüste, wir schliefen in einer großen Hütte und grillten abends. Mitten drin gab es ein kleines Schwimmbad mit Wasser aus einer warmen Quelle der Wüste. Der Abend klang sehr ruhig und glücklich am Lagerfeuer aus.

news/images/2016_02_theater_ag_in_israel_2_(2)_web.jpg

Nach einem frühen Frühstück ging es auf Safari mit den Jeeps durchs Gelände der Farm, um all die dort angesiedelten Bewohner der Wüste zu sehen: Antilopen, Wildesel, Rentiere, Zebras und viele Moskitos.
Dann ging es Richtung "Salzwüste" durch eine großartige Wüstenlandschaft Richtung Totem Meer. Nach dem gestrig Gesehenen wurde uns bewusst, dass es dafür jedoch kaum noch Worte gibt... es war einfach wunderschön.
Am Toten Meer gab es Instruktionen fürs Baden und alle Deutschen gingen ins Wasser. Die Israelis schauten uns dabei amüsiert zu, da doch hier Winter ist. Das Tote Meer liegt 400 m unter dem Wasserspiegel und hat einen so enormen Salzgehalt, dass der Körper Auftrieb bekommt und man darin auf dem Rücken liegend treiben kann. Auch muss man sich nicht mit Sonnencreme einschmieren, da uns 400 m mehr Atmosphäre schützen.

news/images/2016_02_theater_ag_in_israel_2_(4)_web.jpg

Wir versuchten uns ausgiebig in Wasserballett und rieben uns anschließend mit Schlamm ein, damit wir unserer Haut etwas Gutes tun. Das anschlißende Abduschen war von viel Gelächter begleitet.
Die Heimfahrt nach Neve Hanna verschliefen die Meisten. Nach einem Abendessen in den Gruppen, wurde wieder gemeinsam mit den Neve Hanna Kindern gespielt.
Am letzten Tag in Neve Hanna, dem Freitag und nach der letzten ausführlichen Stunde "Unterricht "am Morgen, verbrachten wir Zeit mit zwei deutschen Volontären in Kyriat Gat, wo alle Kinder in Kleingruppen shoppen gingen und beim anschließenden Falaffelessen wurden die geshoppten Mitbringsel gezeigt.

Ein Höhepunkt unseres letzten Tages ist die Vorbereitung von Shabbat durch die Rabbinerin Liron, die uns alles im Vorfeld erklärte, sowie das Teilnehmen an Shabbat, mit Gottesdienst in der Neve Hanna Synagoge und dem anschließenden Festessen in den Gruppen. Wir freuen uns, morgen wieder alle Kinder wohlbehalten ihren Eltern am Flughafen übergeben zu können.

Unsere Reise war ein voller Erfolg, das Verhalten unserer Kinder beeindruckte uns immer wieder, auch ihr Interesse an der Kultur Israels war erstaunlich. Dass in dieser kurzen Zeit Freundschaften unter den Kindern entstanden, trotz sprachlichen Hindernissen, macht uns froh und glücklich, nicht nur deshalb, weil unser Ziel der Reise damit erfüllt wurde.

Wir hoffen, die Kooperation mit Neve Hanna weiter ausbauen zu können. Wir wollen Sie als Gäste in Deutschland erneut willkommen heißen und auch ein erneuter Besuch von uns in Israel fänden unsere israelischen Kollegen wunderbar.

So bleibt nur noch zu sagen, nicht nur die Kinder haben beim Abschied eine Träne vergossen. Vielen Dank für die Gastfreundschaft und ein großer Dank an alle, die uns unterstützt haben, und an alle Förderer die es ermöglicht haben, dass wir alle soviel aus diesem Austausch mitnehmen können.
 
Shabbat Shalom aus Kyriat Gat, Conni, Patrick, Christoph, Arndt, Dagmar und Olli mit Lukas, Celia, Carlene, Rute, Julia, Nico H., Nico W., Denis, Max

Dankeschön an unsere Förderer!

Ein herzliches Dankeschön geht an die Förderer unseres interkulturellen Austausches mit dem Kinderheim Neve Hanna in Israel!